9 Tipps für die erfolgreiche Zusammenarbeit in einem Team

Zusammenarbeit ist für den Erfolg jeder Organisation wichtig. Laut Yuval Noah Harari, dem Verfasser des Bestsellers Sapiens, ist die Fähigkeit, in großer Zahl zusammenzuarbeiten, sogar der Hauptgrund für den Erfolg der menschlichen Spezies! Eine gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Kollegen ist aber nicht in jedem Team oder Unternehmen selbstverständlich…

 

Probleme und Herausforderungen für Teams

Die Zusammenarbeit in Teams ist eine ziemliche Herausforderung – vor allem, wenn die Arbeit an einem Auftrag oder Projekt nicht so läuft, wie Sie es gern hätten. Treffen und Versammlungen bringen nicht viel, was dazu führt, dass man irgendwann steckenbleibt. Das Ergebnis sind Irritation, Frustration und Demotivation.

 

Um diese Probleme zu überwinden, ist es wichtig, dass sich die Teammitglieder der Probleme und Herausforderungen bewusst sind, die Zusammenarbeit mit sich bringt.

 

Dazu gehört beispielsweise

  • das Fehlen einer klaren Linie. Dadurch entsteht leicht ein Mangel an Klarheit über die Aufgabenverteilung und Zeitplanung.
  • Für eine gute Zusammenarbeit ist es wichtig, dass sich jeder als vollwertiges Gruppen- oder Teammitglied betrachtet. Wir können dies mit jemandem vergleichen, der neu in einer Sportmannschaft ist. Er möchte sich so schnell wie möglich beweisen und von seinen Mannschaftskameraden gemocht werden. Dasselbe gilt für die berufliche Zusammenarbeit: jedes Teammitglied muss offen sein für die Qualitäten seiner Kollegen und die gegenseitige Akzeptanz fördern. In der Praxis ist dies oft ein schwieriger Prozess, der zu
  • einer unklaren Aufgaben- und Rollenverteilung und zu Missverständnissen darüber führen kann, wer was tun soll.
  • Eine nachlässige Kommunikation. Dieses Problem ist häufig das Ergebnis von schlechtem Zuhören oder einem schlechten Gleichgewicht zwischen ruhigen Teammitgliedern und dominanten Charakteren, die gern das Sagen haben.
  • Das Fehlen oder die Nichteinhaltung guter und klarer Vereinbarungen. Es ist wichtig, dass jeder die Disziplin hat, sich an Vereinbarungen zu halten und seinen Teil der Arbeit mit Sorgfalt und Geschick zu erledigen.
  • Eine Führungskraft, deren Führungsstil nicht zum Team passt. In einem solchen Fall verliert man die Kontrolle über den Kooperationsprozess und läuft Gefahr, dass unzufriedene Mitarbeiter auf stur schalten.

 

Eine bessere Zusammenarbeit?

Aber wie kann man einer guten Zusammenarbeit Gestalt geben? Der Schlüssel zum Erfolg liegt meistens in einer besseren und strafferen Zusammenarbeit. Aber das ist leichter gesagt als getan. Um der Zusammenarbeit ein höheres Niveau zu geben, reicht es nicht aus, einen schnellen Plan zu erstellen.

 

In Unternehmen (oder bestimmten Abteilungen) gibt es oft eine Kultur, die eine reibungslose Zusammenarbeit, die Umsetzung von Veränderungen oder die schnelle Integration neuer Mitarbeiter in das Team erschwert. Eine solche Kultur hat sich im Lauf der Jahre entwickelt und ist tief verwurzelt.

 

Außerdem gibt es oft eine bestimmte Rollenverteilung oder Hierarchie innerhalb einer Organisation oder eines Teams. Das ist nicht unbedingt falsch, kann aber manchmal einer reibungslosen Zusammenarbeit im Wege stehen – insbesondere wenn einige wenige Mitarbeiter sehr dominant sind.

 

Schließlich hat man es innerhalb eines Teams in der Regel mit verschiedenen “Menschentypen” zu tun: extrovertierte und introvertierte Menschen oder Personen mit unterschiedlichen Farbprofilen. Mit dem Prinzip “alle Menschen sind gleich” kommt man da nicht weit. Ein flexibler und durchdachter Umgang mit Menschen und Organisationskulturen ist deshalb die Grundlage jeder erfolgreichen Zusammenarbeit.

Tipps zur Verbesserung der Zusammenarbeit

Glücklicherweise gibt es bewährte Möglichkeiten, um die Zusammenarbeit innerhalb jedes Teams zu verbessern. Da nicht jeder Tipp in jeder Situation funktionieren wird, müssen Sie selbst entscheiden, welcher der folgenden Tipps für Ihre Situation passt.

 

1. Setzen Sie ein klares gemeinsames Ziel

Ohne ein klar definiertes Ziel laufen Sie Gefahr, dass die Teammitglieder ihre Arbeit nach dem Zufallsprinzip erledigen, ohne den Wert ihrer Bemühungen zu erkennen. Entwickeln und setzen Sie also klare Ziele, die von allen Teammitgliedern akzeptiert werden. Dabei kann es sich z.B. um die Festlegung eines bestimmten Gewinnziels oder die Ausarbeitung des idealen Produkts handeln, das am Ende eines Projekts einsatzbereit sein muss.

 

2. Wählen Sie den richtigen Teamleiter

Viele Konflikte, die innerhalb von Teams entstehen, sind die Folge von Teamleitern, die nicht zu einer bestimmten Gruppe passen. Befindet sich ein Team noch in der Orientierungsphase? Dann brauchen Sie eine starke Führung statt eines delegierenden Führungsstils. Zu einer sehr autonomen Gruppe wiederum passt ein direktiver Stil nicht so gut. Teammitglieder gehen für einen Leiter nur dann durchs Feuer, wenn er dasselbe für sie tut.

 

3. Gute Aufgaben- und Rollenverteilung

Eine klare Aufgaben- und Rollenverteilung macht deutlich, wer wofür verantwortlich ist. Dadurch wird verhindert, dass Aufgaben aufgrund von Missverständnissen über die Aufgabenverteilung nicht oder nur schlecht durchgeführt werden. Ein Projektplan bietet oft eine Lösung. In einem solchen Entwurf definieren Sie eine Aufgabenverteilung, die auf den Qualitäten der einzelnen Teammitglieder und dem zur Erreichung Ihrer Ziele erforderlichen Einsatz basiert. Auch spezielle Projektmanagement-Tools wie Trello oder Monday sind bei der Aufgaben- und Rollenverteilung sehr hilfreich.

 

4. Einblick in Qualitäten

Eine gute Rollen- und Aufgabenteilung ist nur möglich, wenn man Einblick in die Qualitäten aller Teammitglieder hat. Wenn man eine klare Vorstellung davon hat, was jeder tun oder nicht tun kann, gibt es keine Diskussion darüber, wer welche Aufgabe am besten übernehmen kann.

 

Die Kompetenzmatrix ist ein praktisches Werkzeug zur Erstellung einer solchen Übersicht und hat folgende Vorteile:

  • In einer derartigen Qualifikationsmatrix sind alle Kompetenzen, Fertigkeiten und Qualifikationen eines Mitarbeiters in einem übersichtlichen Format zusammengefasst.
  • Die Planung wird dadurch viel einfacher. Sie wissen nämlich sofort, wen Sie einsetzen können, wenn ein Mitarbeiter abwesend ist oder wenn eine Periode der Spitzenbelastung bevorsteht.
  • Mit einer Kompetenzmatrix behalten Sie den Überblick über die Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeiter.
  • Die Matrizen sind flexibel und vielseitig einsetzbar. Sie können von Managern, Führungskräften und Mitarbeitern für allgemeine und sehr spezifische Zwecke verwendet werden.

 

5. Untersuchung des Gruppengefühls

Inklusivität ist ein wichtiger Beobachtungspunkt. Ein Team funktioniert am besten, wenn jeder jeden schätzt und jedes Teammitglied sich als Teil der Gruppe fühlt. Dieses Teamgefühl wird vor allem erzeugt, wenn Sie offen für die Qualitäten der anderen Teammitglieder sind und sich gegenseitig akzeptieren – trotz charakterlicher Unterschiede.

 

6. Vereinbarungen einhalten

Halten sich die Mitarbeiter nicht an Vereinbarungen? Und hat das keine Folgen? Dann entsteht letztendlich ein Arbeitsklima, in dem alles möglich und erlaubt ist. Und das wird unweigerlich schiefgehen.

 

Eine erfolgreiche Teamarbeit erfordert eine gemeinsame Verantwortung. Wenn Sie merken, dass bestimmte Vereinbarungen nicht eingehalten werden, sollten Sie eine Diskussion über die Nützlichkeit und Notwendigkeit spezifischer Regeln führen und diese gegebenenfalls anpassen.

 

Beim Treffen von Vereinbarungen ist es auch wichtig, die persönlichen Umstände zu berücksichtigen. Jeder Mitarbeiter hat am Arbeitsplatz und im Privatleben verschiedene Prioritäten und Verantwortlichkeiten. Achten Sie also darauf, dass Sie auf praktische und einfühlsame Weise über Aufträge, Projekte, Vereinbarungen und Fortschritte bei der Arbeit im Gespräch bleiben.

 

7. Erfolge feiern

Unterhaltsame Aktivitäten, geteilte Erinnerungen und das gemeinsame Feiern von Erfolgen stärken den Teamverband. Das bedeutet aber nicht, dass Sie am laufenden Band Teamausflüge und gemeinsame Kneipenbesuche organisieren müssen. Die Stärkung der gegenseitigen Verbundenheit zeigt sich oft in kleinen Dingen und Gesten. Achten Sie darauf, dass Sie an der Kaffeemaschine oder beim Mittagessen regelmäßig über die Erfahrungen der anderen Teammitglieder sprechen und in regelmäßigen Abständen auf der Grundlage positiver Rückmeldungen darüber reden, was gut läuft.

 

8. Widerspruch dulden

Ein Team ist keine Sekte, wo es eine Todsünde ist, dem Anführer zu widersprechen. Man muss nicht immer einer Meinung sein, um gute Ergebnisse zu erzielen. Wenn sich die Teammitglieder nicht trauen, sich gegenseitig oder den Manager auf (potenzielle) Fehler hin anzusprechen, liefern Sie nur selten das bestmögliche Ergebnis. Sich zu trauen, eine andere Meinung zu vertreten, sollte kein Problem sein, solange alle Teammitglieder den (abweichenden) Standpunkt eines Kollegen respektieren.

 

9. Wertschätzung innerhalb der Organisation gewährleisten

Jedes Team gehört natürlich zu einer größeren Organisation. Stellen Sie also sicher, dass Ihr Team von der übrigen Organisation wahrgenommen und geschätzt wird. Ein Gefühl von “wir gegen sie” ist ein Nährboden für Unfrieden, Irritationen und Probleme.

 

Die Organisation kann Teams auf unterschiedliche Weise helfen, beispielsweise durch klare Ziele, aber auch durch die Erleichterung einer straffen Zusammenarbeit innerhalb der einzelnen Teams. Auch das Vorhandensein guter Besprechungsräume oder digitaler Werkzeuge für Video-Konferenzen und -Kooperationen sind eine ausgezeichnete Form der praktischen Unterstützung. Geben Sie den Teammitgliedern auch genügend Zeit und Raum, um ihre Arbeit ordnungsgemäß zu erledigen.

 

Machen Sie die Zusammenarbeit zu einem Erfolg!

Die Zusammenarbeit in Teams kann eine ziemliche Herausforderung sein, besonders wenn man es mit verschiedenen Persönlichkeiten zu tun hat. Aber mit einem klaren Ziel vor Augen, der richtigen Führung und guten Vereinbarungen und Instrumenten wird Teamarbeit erfolgreich. Ein praktisches Hilfsmittel ist eine Kompetenzmatrix – vor allem weil man mit diesem Programm die Qualitäten der verschiedenen Teammitglieder deutlich hervorheben kann.

 



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