Welche Lernstile gibt es und welcher passt am besten zu mir?

Kontinuierliches Lernen ist der beste Weg, um Ihre Fachkenntnisse und Fertigkeiten auf dem neuesten Stand zu halten. Aber jeder lernt auf seine Weise. In diesem Artikel lernen Sie einige verschiedene Lernstile kennen und entdecken, welcher Lernstil am besten zu Ihnen passt.

 

Was ist ein Lernstil?

Der Begriff Lernstil stammt aus der Kognitiven Psychologie und Didaktik. Ein Lernstil wird durch die Einstellungen, Verhaltensweisen und Gewohnheiten gebildet, die die bevorzugte Lernweise einer Person bestimmen. Ein Lernstil bestimmt letztlich, wie Sie Informationen aufnehmen und verarbeiten. Die Erforschung der Lernstile begann im 20. Jahrhundert, hauptsächlich getragen durch die Arbeit von David Kolb und Jan Vermunt.

 

Verschiedene Lernstile

Jeder hat einen persönlichen Lernstil. Es gibt Menschen, die lieber allein dicke Bücher verschlingen, während andere richtig lernen, indem sie viele Fragen stellen. Und dann gibt es natürlich auch noch die Macher, die sich mit dem erworbenen Wissen am liebsten sofort an die Arbeit machen würden.

 

Darüber hinaus gibt es auch Unterschiede in Bezug auf die Verarbeitung des Lernstoffs. Einige Menschen sind sehr visuell orientiert, während andere das auditive Lernen (Zuhören) bevorzugen.

 

Auch die Art des Studiums unterscheidet sich von Person zu Person. Manche Menschen nehmen den Lernstoff Absatz für Absatz sehr gründlich durch, während andere den gesamten Kurs eher oberflächlich durchlaufen und den Lernstoff mehrmals wiederholen.

 

Man kann nicht sagen, dass ein Lernstil besser ist als ein anderer. Es geht vor allem darum, dass Sie herauszufinden, welcher Stil am besten zu Ihnen passt. Es stimmt allerdings, dass sich der eine Stil besser für eine bestimmte Lernsituation eignet als ein anderer. Das erklärt zum Beispiel, warum manche Menschen in einem Klassenverband nicht ihr Bestes geben, aber während ihres Praktikums zur Höchstform auflaufen.

 

Sieben Lernmethoden

Welche Lernmethoden gibt es? Insgesamt unterscheiden wir zwischen sieben verschiedenen Lernmethoden.

  1. Visuelles Lernen bedeutet, dass jemand beim Lernen gern visuelle Informationen verwendet, z.B. Abbildungen, Grafiken, Tabellen, Videos und Infografiken.
  2. Beim auditiven Lernen werden hauptsächlich Töne und Musik verwendet, um Informationen zu erfassen und zu speichern.
  3. Beim verbalen Lernen liegt das Hauptaugenmerk auf dem gesprochenen und geschriebenen Wort.
  4. Menschen mit einer Vorliebe für physisches Lernen verwenden oft Körpersprache und Handgesten, um Dinge zu erklären.
  5. Das logische (mathematische) Lernen konzentriert sich auf das logische Denken und den Gebrauch von geordneten Denksystemen.
  6. Soziales Lernen bedeutet, dass man gern gemeinsam mit anderen Menschen lernt, zum Beispiel in Gruppen oder Paaren.
  7. Isoliertes Lernen ist das Gegenteil von sozialem Lernen und bedeutet, dass sich jemand vorzugsweise durch Selbststudium weiterbildet und alleine lernt.

Die vier Lernmethoden von Kolb

Eines der beliebtesten und verbreitetsten Modelle zur Analyse von Lernstilen ist die Lernstiltheorie von David Kolb. Kolb unterscheidet zwischen vier Lernstilen/Lerntypen.

  1. Der Macher konzentriert sich hauptsächlich auf neue Erfahrungen. Er experimentiert gern und sucht Lösungen für ein Problem oder eine Frage, indem er Dinge ausprobiert. Der Macher passt sich in der Regel gut und leicht an neue Situationen an und besitzt häufig einen enormen Tatendrang.
  2. Der Träumer ist vor allem ein Beobachter. Bei der Entscheidungsfindung lässt er sich in der Regel Zeit und wägt die Vor- und Nachteile und Variablen sorgfältig ab, bevor er eine Entscheidung trifft. Der Denker sieht viele Lösungen und kann ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Dadurch benötigen seine Entscheidungen etwas mehr Zeit.
  3. Der Denker ist vor allem ein Analytiker und Theoretiker. Dieser Menschentyp ist gut im logischen Denken und Schlussfolgern und zieht es vor, sein Wissen aus Büchern zu beziehen. Die Logik hinter einer Idee ist für den Denker oft wichtiger als ihre praktische Umsetzbarkeit.
  4. Der Entscheidungsträger ist gut in Planung und Ausführung. Er interessiert sich nicht so sehr für abstrakte Theorien, sondern beschäftigt sich gern mit technischen Fragen.

 

Nach Kolb beinhaltet Lernen die Umsetzung von Erfahrungen in Wissen, Fertigkeiten und Verhalten – die drei Bausteine, die zusammen eine Kompetenz bilden.

 

Außerdem unterscheidet Kolb zwischen vier Lernmethoden:

  1. Tun (aktives Lernen)
  2. Fühlen (konkretes Lernen)
  3. Schauen (reflexives Lernen)
  4. Denken (abstraktes Lernen)

 

Der eigene Lernstil ist letztlich das Ergebnis von zwei Präferenzen für Lernmethoden, die man (unbewusst) wählt, wenn man in eine Lernsituation kommt. Ein Macher hat beispielsweise eine Vorliebe für das Tun und Fühlen, während der Denker eher von der Kombination aus Denken und Schauen angezogen wird.

 

Welcher Lernstil passt am besten zu mir?

Die Präferenz für einen bestimmten Lernstil entwickelt sich in der Regel von der Geburt bis zum Jugendalter in eine bestimmte Richtung. Danach gibt es bis ins junge Erwachsenenalter oft eine klare Vorliebe für einen bestimmten Lernstil. Ab dem mittleren Alter ist diese Präferenz weniger deutlich, was vor allem daran liegt, dass oft schon mehrere Lernstile geübt, entwickelt und erlebt wurden.

 

Es ist hilfreich zu wissen, welcher Lernstil am besten zu einem passt. Dadurch verbessern sich Ihre Lernergebnisse und Sie sparen Zeit. Außerdem erleichtert das Wissen über die eigenen Lernvorlieben und die damit verbundenen Lernmethoden das Verständnis dafür, wie andere Menschen lernen. Das ist eine gute Grundlage für eine bessere und effektivere Zusammenarbeit!

 

Sind Sie sich noch nicht sicher, welcher Lernstil Ihnen in die Wiege gelegt wurde? Glücklicherweise gibt es mehrere Tests, die Ihnen hier mehr Einblick geben. Gute Beispiele sind der Kolb-Test und dieser Test. Vertrauen Sie aber nicht blind den Ergebnissen. Hören Sie auch auf Ihre Intuition, und sehen Sie sich die konkreten Lernergebnisse, die Sie erzielen, kritisch an.

 

Lernen am Arbeitsplatz

Welchen Lernstil Sie auch immer bevorzugen – das Lernen am Arbeitsplatz ist eine großartige Möglichkeit, Ihr Wissen zu erweitern und Ihre Fertigkeiten zu verfeinern. Gezielte Schulungen und Lernen am Arbeitsplatz haben den Vorteil, dass neu erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten sofort angewendet und in die tägliche Arbeitspraxis integriert werden können.

 

Um das Lernen am Arbeitsplatz zu erleichtern und zum Erfolg zu führen, ist es wichtig, dass Sie über Instrumente verfügen, mit denen Sie den Fortschritt und die Weiterentwicklung der Mitarbeiter verfolgen können. Die Kompetenzmatrix ist ein derartiges Instrument. Sie zeigt übersichtlich an, welche Fertigkeiten Mitarbeiter besitzen und wo es Lücken gibt. Dieses Wissen bringt eine Menge Vorteile!

 

Denn wenn Sie sich für eine spezielle Kompetenzverwaltungssoftware statt für komplizierte und fehleranfällige Excel-Dateien entscheiden, können Sie sich Informationen über Qualifikationen, Fertigkeiten und Zertifizierungen direkt und in Echtzeit anschauen und bearbeiten. Mithilfe dieser Daten ist es einfacher denn je, gute Lernkonzepte einzurichten, und Ihre Mitarbeiter können ihren persönlichen Lernstil entdecken.

 



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