Neue Fertigkeiten in 4 Schritten erlernen (+ praktische Tipps!)

Tipps zum Erlernen von Fertigkeiten

Ein vielfältiges Spektrum an gut entwickelten Fähigkeiten ist das wichtigste Instrumentarium für den modernen Arbeitsmarkt. Und je umfangreicher dieses Instrumentarium ist, desto mehr Möglichkeiten bieten sich. Obwohl es natürlich nicht schadet, bereits vorhandene Fähigkeiten weiterzuentwickeln, empfiehlt es sich immer, neue Fähigkeiten zu erlernen.

 

Was sind Fertigkeiten?

Eine Fertigkeit lässt sich am besten als eine bestimmte Aufgabe oder Tätigkeit beschreiben, die jemand sehr gut beherrscht. Es ist wichtig zu wissen, dass zu einer Fertigkeit mehr gehört als nur der Erwerb rein theoretischen Wissens.

 

Natürlich basieren Fertigkeiten auf Theorie. Aber sie haben auch eine praktische Komponente, die auf Übung und Erfahrung aufbaut. Beispiele für Fertigkeiten sind Präsentieren, Zeichnen, Entwerfen, Unterrichten, Analysieren, Bearbeiten, Programmieren und Verkaufen.

 

Neue Fertigkeiten erlernen

In einem früheren Blog haben wir uns bereits mit der Weiterentwicklung bestehender Fertigkeiten und deren optimaler Umsetzung befasst. Aber es kann nie schaden, seine berufliche Qualifikation um neue Fertigkeiten zu erweitern. Das ist in der Praxis auf verschiedene Weise möglich.

 

1. Lernen durch Tun

Als Menschen sind wir von Natur aus mit einer großen Lernfähigkeit ausgestattet. Obwohl die Schule einen Teil des Grundwissens für das Arbeits- und Sozialleben vermittelt, werden die meisten Fertigkeiten erst in der täglichen Arbeitspraxis wirklich erlernt.

 

Einfach anzufangen und während der Arbeit zu lernen, ist deshalb häufig die beste Empfehlung.

Möchten Sie beispielsweise, dass Ihre Webseiten und Blog-Artikel in Suchmaschinen leichter zu finden sind? Dann fangen Sie an zu schreiben und prüfen Sie, was funktioniert und was nicht, bevor Sie alle SEO-Tipps und -Tricks auswendig lernen.

 

2. Lernen Sie von den “Profis” und üben Sie

Nachahmung ist für Menschen eine wichtige Möglichkeit, um sich Wissen anzueignen. Kinder fangen schon früh damit an. Das Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wird und die Grundlage für neue Innovationen bildet, beruht größtenteils auf den Erkenntnissen anderer Menschen, die nachgeahmt und weiterentwickelt werden.

 

Schauen Sie sich deshalb die “Großen” in Ihrem Fachgebiet genau an, und wenden Sie die von ihnen verwendeten Techniken auch bei Ihrer eigenen Arbeit an. Wenn man z.B. ein guter Schriftsteller werden will, kommt man nicht umhin, viel zu lesen. Schließlich werden Sie den Kenntnissen und Erfahrungen, die Sie sammeln, Ihren eigenen Anstrich geben und einen ganz eigenen Weg finden, um neu erlernte Fertigkeiten effektiv zu nutzen.

 

3. Suchen Sie die Hilfe eines Mentors

Die Hilfe eines Mentors zu suchen, ist wahrscheinlich der schnellste Weg, um neue Fertigkeiten zu erlernen. Ein Mentor verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz und kann Ihnen wertvolle neue Einsichten vermitteln.

 

Dabei kann es sich um einen erfahrenen Kollegen, aber auch um einen externen Experten auf Ihrem Gebiet oder jemanden aus Ihrem Familien- oder Freundeskreis handeln, der zufälligerweise sehr versiert in einem Gebiet ist, das Sie erlernen möchten.

 

4. Bleiben Sie neugierig

Neugier ist der Motor, der unsere Lernfähigkeit antreibt. Die Bereitschaft, Wissen aktiv aufzunehmen und in die Praxis umzusetzen, bildet die Grundlage für das Erlernen neuer Fertigkeiten. Beispiele dafür sind das Lesen von Infobriefen von Behörden über das jeweilige Fachgebiet oder die regelmäßige Teilnahme an entsprechenden Kursen oder Veranstaltungen.

 

Bleiben Sie aber kritisch und umfassend orientiert. Wenn Sie viele theoretische und praktische Informationsquellen nutzen und sich kritisch mit dem auseinandersetzen, was Sie sehen und hören, werden Sie Ihre frisch erworbenen Fertigkeiten optimal einsetzen können!

Stufenplan zum Erlernen von Fertigkeiten

Stufenplan

Im weiteren Verlauf dieses Artikels konzentrieren wir uns speziell auf das eigenständige Erlernen einer bestimmten Fähigkeit. Wie macht man das? Und welche Schritte muss man dabei durchlaufen?

 

Schritt 1: Setzen Sie sich ein Ziel

Die Festlegung eines Endziels ist ein wichtiger erster Schritt, um etwas Neues zu lernen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Autofahren lernen oder ein Papierflugzeug bauen möchten oder den Ehrgeiz haben, sich zu einem echten Profi mit umfassenden IT-Kenntnissen zu entwickeln.

Was genau möchten Sie tun? Und wie hoch legen Sie die Messlatte? Möchten Sie sich beim Erlernen einer neuen Sprache nur einigermaßen verständigen können, oder möchten Sie ein zweistündiges, tiefgehendes Gespräch in fließendem Französisch, Spanisch oder Chinesisch mit einem Muttersprachler führen?

 

Die Zielsetzung wird erleichtert, wenn man sich frühzeitig fragt, wofür genau man eine neue Fähigkeit einsetzen will. Achten Sie aber darauf, dass die von Ihnen gesetzten Ziele realistisch und erreichbar sind.

 

Schritt 2: Aufteilung in Zwischenziele

Das Erlernen einer neuen Fertigkeit kann eine große Herausforderung darstellen – wie etwa ein hoher Berg, der sich am Horizont abzeichnet. Da komme ich unmöglich hoch! Es ist hilfreich, das Erlernen einer Fertigkeit in kleinere Schritte aufzuteilen, so wie man einen hohen Berg auch in mehreren Etappen besteigt.

 

Indem man das Erlernen einer Fertigkeit in einzelne Punkte aufteilt, beginnt man analytisch zu denken und wird es unwahrscheinlicher, dass man sich überfordert, weil man genau weiß, was in jeder Phase des Lernprozesses auf einen zukommt.

 

Schritt 3: einen Schritt nach dem anderen durchführen

Nachdem die einzelnen Punkte, auf denen das Erlernen der Fertigkeit basiert, festgelegt wurden, ist es wichtig, die einzelnen Schritte in Angriff zu nehmen. Dabei ist man am erfolgreichsten, wenn man schrittweise vorgeht und klein anfängt. Im Gegensatz zu dem, was viele Internetartikel, Zeitschriften und Bücher uns weismachen machen wollen, ist der Mensch nicht für Multitasking geschaffen.

 

Schritt 4: Wiederholung

Wenn Sie alle Schritte durchgeführt und die neue Fertigkeit erlernt haben, müssen Sie kontinuierlich wiederholen, was Sie gelernt haben. Häufig sind Hunderte bis Tausende von Stunden und viel Blut, Schweiß und Tränen nötig, um ein Meister in einem Fachbereich zu werden. Durch ständige Wiederholung werden Sie im Lauf der Zeit von selbst besser.

 

So war z.B. Michael Jordan, der weltbeste Basketballspieler und einer der größten Sportler aller Zeiten in seiner Schulzeit nicht immer der unumstrittene Star seines Teams. Viele Stunden Krafttraining, endlose Freiwurfübungen und stundenlanges Arbeiten an seinen Distanzwürfen und Bewegungsabläufen, kombiniert mit einer starken Dosis natürlichem Talent und athletischen Fähigkeiten, machten ihn schließlich zu der Sportskanone, die weltweit bekannt ist.

 

Tipps

Der obige Stufenplan bietet eine solide Grundlage für den Erwerb neuer Fertigkeiten. Abschließend geben wir Ihnen noch einige Tipps, damit Sie schnell gute Ergebnisse erzielen.

 

Tipp 1: 80/20-Prinzip anwenden

Wenden Sie das 80/20-Prinzip (auch als Pareto-Prinzip bekannt) an. Dazu gehört, dass beim Erlernen einer Fertigkeit ein Aufwand von 20 Prozent zu 80 Prozent des gewünschten Ergebnisses führt.

 

Es kommt vor allem darauf an, sich auf die wichtigsten Teile der erlernten Fertigkeiten zu konzentrieren: die Punkte, die das Fundament bilden, auf dem man weiter aufbauen kann. Denken Sie beispielsweise an einen Koch, der sich auf die Kochtechniken konzentriert, die oft für viele verschiedene Gerichte verwendet werden.

 

Diese Regel lässt sich aber auch innerhalb einer Fertigkeit anwenden. So muss z.B. das superschnelle Schneiden von Zutaten nicht sofort perfektioniert werden, eine Geschwindigkeit von 80 % ist auch ausreichend. Häufiges Üben wird schließlich zu den gewünschten 100 % führen.

 

Tipp 2: die Fortschritte verfolgen

In vielen Unternehmen herrscht immer noch eine “Abrechnungskultur”, wenn es darum geht, Fehler zu machen. Das ist der falsche Ansatz, vor allem, wenn es um das Erlernen neuer Fertigkeiten geht. Sofortige Perfektion in allen Bereichen ist eine Utopie, die in der Praxis fast unmöglich zu erreichen ist. Das ist aber auch nicht schlimm. Man lernt nämlich nicht nur aus Dingen, die man gut macht, sondern auch aus Fehlern.

 

Wenn man konsequent aufschreibt, was gut und was weniger gut gelaufen ist, speichert man seine Erfahrungen auch im Langzeitgedächtnis. Das hat den Vorteil, dass man Erinnerungen, Routinen und Lösungen reaktivieren kann. Dadurch werden Fertigkeiten auf dem neuesten Stand gehalten, und man kann alte Informationen wiederverwenden, wenn man eine neue Fähigkeit erlernt.

 

Regelmäßige Wiederholung (zu festen Zeiten, z.B. unmittelbar nach dem Unterricht, einen Tag später, eine Woche später und einen Monat später), wobei das Gelernte wiederholt wird, und das Lernen an verschiedenen Orten sind gute Techniken, um neuen Fertigkeiten einen festen Platz im Gehirn zu geben. Hier können Sie mehr über diese Techniken lesen.

 

Tipp 3: Genügend Ruhepausen einlegen

Auch beim Erlernen neuer Fertigkeiten ist es wichtig, dass der Bogen nicht ständig gespannt ist. Gerade wenn man ab und zu innehält und sich eine Zeitlang nicht mit der Thematik befasst, schaut man beim nächsten Mal ein Thema oder eine Herausforderung mit klarem Kopf an.

 

Der Ausdruck “eine Nacht über etwas schlafen” kommt folglich auch nicht von ungefähr. Im Schlaf verarbeitet das Gehirn effektiv die vielen Informationen und Erfahrungen, die man im Lauf des Tages beim Erlernen einer neuen Fertigkeit gewonnen hat. Gibt es ein Problem, das Sie tagsüber nicht in den Griff bekommen? Dann schauen Sie es sich am nächsten Tag mit einem klaren Kopf noch einmal an. Auch Mittagsschläfchen, die so genannten “Kraftnickerchen“, sind eine gute Möglichkeit, die Batterien zwischendurch wieder aufzuladen und Ihrer Kreativität neuen Schwung zu geben.

 

Tipp 4: Fertigkeiten am Arbeitsplatz transparent machen

Machen Sie Fertigkeiten am Arbeitsplatz so transparent wie möglich. Dann wissen Sie als Organisation, welche Fertigkeiten vorhanden sind oder fehlen. Aber auch als Mitarbeiter erkennen Sie, welche neuen Fähigkeiten in Ihrer aktuellen Position oder Ihrer weiteren Karriere nützlich sein können.

 

Die Erstellung und kontinuierliche Aktualisierung von Kompetenzmatrizen ist der beste Weg, um einen Überblick über die vorhandenen Fähigkeiten zu erhalten. Eine Qualifikationsmatrix ist eine schematische Übersicht über die Mitarbeiter und ihre Fähigkeiten.

 

Die jeweiligen Qualifikationen können darin auf unterschiedliche Weise angezeigt werden. Denken Sie zum Beispiel an Zahlen, Beherrschungsebenen (gut, mäßig, leidlich, schlecht) oder ein Tortendiagramm mit verschiedenen Quadranten.

 

Kompetenzmatrizen können in Excel erstellt werden. Das ist aber nicht immer die beste Lösung. Glücklicherweise werden auch Software-Lösungen entwickelt, beispielsweise die Kompetenzverwaltungssoftware van AG5!

 

Tipp 5: von Rückmeldungen profitieren

Um gelernte Fertigkeiten optimal in der Praxis anzuwenden, ist es wichtig, dass während des Lernprozesses auch regelmäßige Rückmeldungen eingeplant werden. Schließlich bieten gute Rückmeldungen Reflexionsmöglichkeiten, die für jede Lernerfahrung unerlässlich sind.

Nehmen Sie sich also die Zeit, jeden Tag über Ihre Entwicklung nachzudenken. Was läuft gut? Was würden Sie künftig gern noch besser machen? Durch Reflektieren können Sie Ihre persönliche Entwicklung messen und verfolgen.

Tipps zum Erlernen von Fachkenntnissen

Lernen Sie weiter!

Wenn Sie Ihr Kompetenzspektrum um neue Fähigkeiten erweitern, bleiben Sie als Fachkraft auf dem neuesten Stand und für viele Unternehmen interessant. Befolgen Sie also die oben genannten Schritte, Empfehlungen und Tipps zum Erlernen neuer Fertigkeiten, und legen Sie los.

 



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